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Interessante Einblicke in die Ukraine

27.05.2017
Martin Huber, MdL; Vadym Kostiuk, ukrainischer Generalkonsul und Schulleiter Andreas Rohbogner
Martin Huber, MdL; Vadym Kostiuk, ukrainischer Generalkonsul und Schulleiter Andreas Rohbogner

Auf Einladung von MdL Dr. Martin Huber war der ukrainische Generalkonsul Vadym Kostiuk zu Gast im Kurfürst-Maximilian-Gymnasium Burghausen. Der Diplomat umriss zum Auftakt kurz wesentliche Eckpunkte seines Landes. „Grundsätzlich ist die Ukraine in Deutschland wenig bekannt“, sagte er. Am bekanntesten seien wohl die Hauptstadt Kiew, der Fußballclub Dynamo Kiew oder wunderschöne Schwarzmeerstadt Odessa.

Selbstverständlich interessierten sich die Schüler für die Krimkrise. „Ihr lebt schon immer in Frieden und Freiheit. Ihr kennt es gar nicht anders“, unterstrich der Landtagsabgeordnete. Huber erläuterte nochmals, dass die Annexion der Krim ein Verstoß gegen das Budapester Memorandum darstelle. 1994 hatten sich die USA, England und Rußland verpflichtet, der Ukraine, Kasachstan und Weißrussland deren Souveränität und Grenzen zu achten. Im Gegenzug lieferte die Ukraine ihre Atomwaffen ab. 2014 wurde das Abkommen durch die Annektierung der Krim gebrochen. „Wir sind sehr froh, dass die EU an unserer Seite steht, und uns durch Sanktionen gegenüber Rußland unterstützt“, so Kostiuk.

Ein interessanter Spagat

Martin Huber wies im Gegenzug aber auch auf die Schwierigkeiten hin, die diese Handelsbeschränkungen vor allem der heimischen Landwirtschaft und der Mittelstand Probleme bereiteten, weil bis zur Krimkrise gute Beziehungen bestanden hätten. Deshalb präferierten alle Beteiligten eine schnelle Lösung. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer war mittlerweile dreimal bei Russlands Präsident Waldimir Putin zu Gast. Vadym Kostiuk flog bereits wenige Stunden nach dem Besuch in Burghausen in die Ukrainer, um Seehofers Delegation zu begleiten. Der Generalkonsul warb vor den Schülern für eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland. Die Beziehungen zu Bayern seien gut. Kostiuk warb für die ukrainische Landwirtschaft. Sein Land verfüge zudem über gut ausgebildete Fachkräfte und könne beispielsweise sehr gute Flugzeuge bauen. „Unser Ziel ist es zunächst nicht, in die EU aufgenommen zu werden. Wir wollen wachsen und uns so fit machen für einen möglichen Beitritt. In diesem Jahrzehnt werden wir sicherlich keinen Aufnahmeantrag mehr stellen.“

Einladung in die Ukraine

Basis einer immer besser werdenden Verbindung, sei die gegenseitige Annäherung. Deshalb sei es wichtig, dass sich beide Seiten durch Besuche besser kennenlernen würden. „Ich lade Euch alle ganz herzlich ein. 94% unseres Landes ist sicher. Es gibt viel zu sehen. Die Hauptstadt Kiew, Odessa und Lemberg sind herrliche Städte“, so der Generalkonsul. Martin Huber weilte bereits in der Ukraine und war begeistert: „Ich war in Kiew und Lemberg. Ich habe es sehr genossen. Gleichzeitig spürt man aber schon, dass der Konflikt mit Russland die Menschen bewegt.“ Kostiuk berichtete, dass die Hauptstand 1.600 Jahre alt sei. Die ukrainische Küche sei der Bayerischen sehr ähnlich. Außerdem gebe es so etwas ähnlich wie Maultaschen. Abschließend hob der Generalkonsul nochmals ausdrücklich hervor, dass russische Bürger von keinem Ukrainer als Feind angesehen werde. Putin alleine werde aufgrund seiner Politik sehr kritisch gesehen. Sprachlich seien sich die Ukrainer und die Russen in etwa so ähnlich wie die Deutschen und die Holländer. Alle hofften, dass Rußland einmal demokratisch werde.

Dr. Martin Huber MdL

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