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Ein Blick über den Tellerrand – so bedroht Corona unsere Nachbarn

13.11.2020
Bild: pixelio.de von Alexander Hauk
Bild: pixelio.de von Alexander Hauk

Seit dem 2. November befinden wir uns in einem Lockdown Light. Anders als im Frühjahr können diesmal Schulen, Kindergärten und der Einzelhandel geöffnet bleiben, während die Gastronomie, Freizeiteinrichtungen, Sportstätten, etc. geschlossen werden mussten.

Nachdem mehr als 75 % der Infektionen nicht mehr nachvollziehbar waren, geht es darum, die Corona-Pandemie wieder in kontrollierte Bahnen zu lenken.

 
Wie aber tobt das Virus bei unseren Nachbarn, wie gehen sie damit um? Denn in vielen unserer Nachbarländer ist die Situation ebenso absolut Besorgnis erregend.

Unsere Nachbarn im Westen in den Niederlanden befinden sich seit Mitte Oktober in einem zweiten „Teil-Lockdown“ wie sie es nennen. Kneipen, Cafés und Restaurants bleiben geschlossen, Kontaktpersonen müssen reduziert werden, Bus und Bahn darf nur noch in dringenden Fällen benutzt werden und eine Maskenpflicht für alle öffentlichen Räume wurde eingeführt. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt, laut offiziellen Daten des Nationalen Instituts für Gesundheit (RIVM) werden (Stand 09.11.2020) 4680 weitere Positiv-Tests gemeldet. Das sind weniger als die 5664 vom 08.11.2020 und weniger als die Hälfte des bisherigen Rekordwerts von 11.119 registrierten Fällen am 30.10.2020. Doch trotz sinkender Neuinfektionen sind die Kliniken vor allem in den großen Städten der Niederlande an ihre Belastungsgrenzen gestoßen.

Auch in Belgien sieht es wüst aus, kein Staat innerhalb der Europäischen Union ist aktuell so stark betroffen wie Belgien. In der Region Lüttich sind erste Krankenhäuser überlastet, Ärzte sind verzweifelt und müssen zwischen einer schlechten und einer sehr schlechten Lösung wählen. Mit einer sehr schlechten Lösung ist eine Triage gemeint, in der Ärzte die Dringlichkeit der Behandlung in Erwägung ziehen müssen, heißt: wer wird behandelt, wer nicht. Eine absolute Horrorvorstellung.

Ebenso dramatisch die Situation der Sterbezahlen. Stand 06.11.2020 waren es 12.331, die infolge vonCOVID-19 gestorben sind. Deutschland hingegen mit einer gut sieben Mal so großen Bevölkerung hat nur 10.930 Sterbefälle zu beklagen. Seit dem 19. Oktober hat auch Belgien einen Lockdown mit nächtlicher Ausgangssperre verhängt. Enge Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts sind auf eine Person beschränkt. Restaurants, Cafés und Bars sind erstmal für einen Monat geschlossen und in Brüssel gilt zudem ein komplettes Alkoholverbot im öffentlichen Raum.

Ein Blick in den Osten, nach Polen verspricht nichts Besseres. Das öffentliche Leben ist deutlich eingeschränkt. Homeschooling ab der 4. Klasse, Maskenpflicht in öffentlichen Einrichtungen und auchim Freien, das ist die Lage jenseits von Oder und Neiße. Die Lage ist jedoch vor allem im Gesundheitssektor dramatisch, viele Erkrankte können stationär nicht versorgt werden. Krankenwägen stehen Schlange vor den Notaufnahmen, um dann teilweise noch abgewiesen zu werden, in Stadien werden Betten aufgebaut. Dazu kommt: Polen testet so selten wie kaum ein anderes Land in der EU, zuletzt lediglich 1,05 mal auf 1000 Einwohner. Experten gehen schon länger davon aus, dass die tatsächlichenZahlen der Neuinfektionenfünf- bis zehnmal so hoch sind wie die offiziellen Angaben des Gesundheitsministeriums.

Unser Nachbar im Südwesten, die Schweiz hat bislang außer der Maskenpflicht wenig Einschränkungen erlassen trotz stetig steigender Zahlen. Laut Experten drohen allerdings in nur wenigen Tagen die Intensivbetten belegt zu sein. Ein Lockdown ist auch hier nur noch einen Katzensprung entfernt.

Dr. Martin Huber MdL

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